1. September 2026
Segen für alle? Enkel ohne Gott? Alles schrecklich ungerecht? Drei Veranstaltungen aus unserem Septemberprogramm tragen ein Fragenzeichen im Titel. Wer fragt, ist interessiert oder neugierig, will gerne mehr wissen, ist womöglich ratlos oder möchte weiterdenken. Uns als Akademie sind Fragen besonders wichtig. Deshalb haben wir unser (bereits restlos ausgebuchtes) Sommerfest zur Programmeröffnung in diesem Jahr mit dem Motto „Weil Fragen einen Ort brauchen“ überschrieben. „Weil Fragen einen Ort brauchen“ ist zugleich der Slogan unserer Spenden-Kampagne, die Sie vielleicht schon auf den Innenseiten des neuen Programmhefts entdeckt haben.
Erhalten Sie die Karl Rahner Akademie, damit Sie weiterhin Veranstaltungen wie Alles schrecklich ungerecht? besuchen können. Der Volkswirt Georg Cremer wird an diesem Abend über die Mythen und Fakten des Sozialstaats sprechen und mit dem Politiker Jochen Ott darüber diskutieren, wie soziale Gerechtigkeit in Deutschland gestärkt werden kann.
Drei Veranstaltungen im September werfen Fragen der Kunst auf: Helmut C. Jacobs erinnert an die Convivencia, eine Phase im mittelalterlichen Spanien, die als Modell für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen gilt. Marta Cencillo Ramírez blickt mit Ihnen auf La Gare de Perpignan, ein Bild von Salvador Dalí, das als gemalte Autobiografie verstanden werden kann. Es hängt im Museum Ludwig. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kulturviertels rund um dieses Museum bieten wir eine Podiumsdiskussion und einen bereits ausgebuchten Rundgang an.
Wenige Restkarten haben wir dagegen noch für die Exkursion zur Ruhrtriennale. Auf dem Programm steht eine Theaterproduktion zu Hermann Hesses Siddartha und das Josef Albers Museum in Bottrop.
Enkel ohne Gott? Wunibald Müller stellt die Frage vieler Großeltern, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, dass der ihnen wichtige Glaube in ihrer Familie verloren gegangen ist. Wer den Grundkurs des Glaubens von Karl Rahner liest, wird ebenfalls auf Fragen stoßen. In einem ökumenischen Lektürekreis stellen wir uns diesen gemeinsam.
Ob wir immer eine Antwort finden, bleibt offen. Für unseren Namensgeber ist „hartes, nüchternes, bohrendes Fragen schon ein Akt der Frömmigkeit“. In diesem Sinne sind wir eine fromme Akademie und freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Fragen.
Herzliche Grüße
Ihr
Norbert Bauer
Akademieleiter
Foto: XIQIT