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Der Jesuit Petrus Canisius

Ein politischer Heiliger?

Der 1521 in Nijmegen geborene Petrus Canisius trat 1543 in Köln in den Jesuitenorden ein, wurde Theologieprofessor, Konzilstheologe und Ordensoberer, Gründer von Schulen und Hochschulen, war Berater von Kaisern und Fürsten.
1597 starb er in Fribourg. Seine Seligsprechung 1864 durch Pius IX. wurde von den Zeitgenossen in einer Linie mit dem "Syllabus errorum" und der Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit gesehen, und seine Heiligsprechung 1925 sowie gleichzeitige Erhebung zum Kirchenlehrer war durchaus als Antwort auf das Reformationsjubiläum von 1917 gedacht.
Der Papst und die Jesuiten inszenierten ihn als zweiten Apostel Deutschlands und Retter des durch die Reformation bedrängten Katholizismus im Reich. Dies war - auch unter Katholiken - nicht unumstritten. So blieben beispielsweise im Jahre 1864 Professoren der Münchner Theologischen Fakultät mit dem berühmten Kirchenhistoriker Ignaz von Döllinger aus Protest den Feierlichkeiten zur Seligsprechung demonstrativ fern, obwohl mit Canisius ein Mitglied ihrer Fakultät zur Ehre der Altäre erhoben wurde.
Der Vortrag beleuchtet die Rezeptionsgeschichte des Heiligen im Umfeld von Selig- und Heiligsprechung: Wie wurde er 1864 während des sich zuspitzenden Kulturkampfes gesehen? Wie 1925 innerhalb einer sich formierenden und umkämpften liberalen Demokratie? Welche Schwerpunkte setzten dabei jeweils die Jesuiten in ihren Medien, welche ihre Gegner?

Status: Anmeldung möglich Anmeldung möglich

Kursnr.: 20073

Beginn: Fr., 19.03.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: Karl Rahner Akademie

Gebühr bei Voranmeldung: 10,00 € (ermäßigt 50,00 €)

Hinweis zur Anmeldung: Voranmeldung bis spätestens 1 Werktag vor Veranstaltungsbeginn


Datum
19.03.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Ort
Jabachstr. 4-8, Karl Rahner Akademie




Karl Rahner Akademie

Jabachstraße 4-8 | 50676 Köln
Fon 0221 - 801078-0
Fax 0221 - 801078-22
E-Mail info@karl-rahner-akademie.de

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