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Christliche Theaterfeindschaft (Online-Kurs)

Ein Motiv im Lauf der Zeit

"Ein Komödiant könnt’ einen Pfarrer lehren" so spottet Goethe in "Faust" und verweist damit auf die heikle Ambivalenz des öffentlichen Auftretens zwischen Sein und Schein. Hinter Goethes Spott liturgischer Performance liegt ein grundlegender Konflikt zwischen Christentum und Theater, der von der Spätantike über die Reformation teilweise bis in die Gegenwart reicht.

Was im 18. Jahrhundert bespöttelt werden kann, durchzieht historische Quellen seit der Antike als ernster Konflikt. Gerungen wird um das Verhältnis von Theater und Religion, von Innerlichkeit und Schauspiel. Kirchenschriften und juristische Akten dokumentieren die Vielfalt und Mehrdeutigkeit dieser Aushandlungsprozesse, die der Vortrag anhand von drei Beispielen nachzeichnet:

Am 31. Mai 1509 werden in Bern vier Dominikaner öffentlich verbrannt, weil sie - so die Anklage - den Schneidergesellen Johann Jetzer arglistig getäuscht hatten, indem sie ihm 'Erscheinungen' der Muttergottes vorspielten.

Unter dem Druck der protestantischen Eliten erlässt Elisabeth I. 1572 den "Act for the punishment of Vagabonds". Theaterbühne und das nicht-sesshafte Leben werden als Werk und Wirkungsstätte des Teufels verdammt. Einen eingeschränkten Rechtsstatus und die Verweigerung kirchlicher Sakramente erfahren Schauspieler*innen auch in Deutschland noch bis ins 18. Jahrhundert.

Die Societas Jesu hingegen pflegte zur selben Zeit ein differenzierteres Verhältnis zum Theater: So wurde es auf der einen Seite zu einem wichtigen Instrument der Gegenreformation, während gleichzeitig die Vorurteile gegen Schauspielerinnen und Schauspieler fortlebten.<br /><br />

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Kursnr.: 20026_DIGI

Beginn: Di., 03.11.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: Karl Rahner Akademie

Gebühr bei Voranmeldung: 5,00 € (ermäßigt 5,00 €)

Anmeldeschluss: 03.11.2020 00:00 Uhr

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Professor Dr. Peter W. Marx
Portrait © Hermann und Clärchen Baus
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