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Ein herausragender Ort des Dialoges und der Debatte

Dr. Werner Höbsch, Vorsitzender des Trägervereins der Karl Rahner Akademie, zur Eröffnung des Programmhalbjahres am 28. August 2021


Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
liebe Freundinnen und der Karl Rahner Akademie,

ich begrüße Sie sehr herzlich im Namen des Vorstandes und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Eröffnung des Programmhalbjahres. Ihnen allen möchte ich danken für Ihre ideelle und finanzielle Unterstützung und natürlich für Ihre Verbundenheit mit unserer Akademie.

Das Leitwort der Karl Rahner Akademie – katholisch, offen, frei – gilt nach wie vor und besonders in dieser Zeit. Das Programm unserer Akademie, seine grundlegende Programmatik wie auch das aktuelle Programm ist diesem Leitwort verpflichtet.

Katholisch, offen, frei wird konkret in den Kontexten der Zeit: gesellschaftlich durch die Erfahrung von Gewalt, Zerstörung von Lebensgrundlagen, gesellschaftliche Polarisierung, aber auch grenzüberschreitende Solidarität. In der Kirche leben wir in frostigen Zeiten. Ein unbedenkliches „weiter so“ darf es weder mit Blick auf die Gesellschaft noch mit Blick auf die Kirche nicht geben. Aber wie soll es weitergehen?

Im Psalm 18 heißt es: „Der HERR wurde mir zur Stütze. Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich“ (Ps 18,19f.). Ins Weite zu gehen erfordert Mut und Zuversicht oder, wie ich es ausdrücke, Gottvertrauen – keineswegs ein antiquiertes Wort.

An Mut und Zuversicht mangelt es Teilen der kirchlichen Leitungsebene. Die Folgen sind Ängstlichkeit, Stagnation und struktureller Pragmatismus. Aber auch als Volk Gottes müssen wir uns in den Tugenden des Mutes und der Zuversicht üben.

„Katholisch, offen, frei“ – damit sind Haltungen benannt:
katholisch – nicht den Weg Selbstisolation und der Versektung in der Kirche einschlagen,
offen– ein hörendes Ohr haben für die Herausforderung und Nöte der Zeit,
frei  – Schritte in Weite wagen.

Die Karl Rahner Akademie bleibt ein herausragender und unverzichtbarer Ort des Dialoges und der Debatte. Profiliert ist sie weil sie auf der Basis des Evangeliums Anstöße zum Nachdenken und zum Handeln gibt. Wir bleiben weiterhin anstößig und selbstverständlich katholisch, offen, frei.
 

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