Vortrag von Elisabeth Gössmann über die Päpstin Johanna aus dem Jahre 1995   Rückblicke

Ob es sie wirklich gab, interessiert Elisabeth Gössman nicht wirklich. Wohl aber die unglaubliche Rezeptionsgeschichte dieser Legende in der Kirche.

Bei ihren Untersuchungen musste sie erkennen, „dass die Diskussionen, die um die Päpstin geführt worden, eine Fundgrube zynischer Theologenmeinungen über das Verderben bringende Wesen der Frau sind, dazu angetan, Frauen von jedem verantwortungsvollen Engagement in der Kirche abzuschrecken und ihre Unfähigkeit zum kirchlichen Amt zu beweisen“.
Grundlage ihres 90 minütigen Vortrags ist ihre beinahe 1000 Seiten umfassende Studie „Mulier Papa - Der Skandal eines weiblichen Papstes“. Da erforscht sie die theologischen Diskurse um und die kirchenpolitischen Reaktionen auf diese Tradition der „Frau im Männerkleid“. Sie stieß auf so manche katholische Dialektik: „Die mittelalterliche Kirche, die an die geschichtliche Wahrheit der Legende im vollen Umfang glaubte, entlastete sich, indem sie sich als durch die Frau im Männerkleid betrogen darstellte…. Ein letzter Höhepunkt ihrer Präsenz in der theologischen Tradition waren die Jahre um die Definition um die päpstliche Tradition der Unfehlbarkeit auf dem Ersten Vatikanischen Konzil, ein Dogma, dass man mit Hilfe der Päpstin damals zu stürzen versuchte. ‚Wenn eine Frau jemals auf dem päpstlichen Stuhl gesessen hat, kann dieser nicht unfehlbar sein‘“.

Hier geht es zu dem Tondokument vom 13. Juni 1995: https://youtu.be/_VVyEXJYgUY

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