Gott schmeckt anders |   Rückblicke

Muslime und Christen können sich begegnen.

Das haben 140 Besucher*innen der Karl Rahner Akademie erlebt, als Anselm Grün und Mirad Karimi in Kooperation mit dem Herder-Verlag ihr gemeinsames Buch „Im Herzen der Spiritualität“ vorstellten. Bei ihren Begegnungen haben der katholische und der islamische Theologe viel Gemeinsames entdecken können. Aber auch Unterschiede. „Gott im Islam schmeckt anders als im Christentum“ so Milad Karimi.

Allen Menschen gleich ist aber die Sehnsucht nach Spiritualität. Das erfährt Pater Anselm besonders in seinen Seminaren, die auch von Führungskräften gebucht werden, die nicht aus dem kirchlichen Milieu kommen.

Wer von Spiritualität spricht muss nicht immer gleich von Gott reden. Spiritualität ist vielmehr der Moment,  bei dem wir „in der Welt - nicht mehr in der Welt sind“ so Milad Karimi.  Nicht ohne Ironie brachte er dafür ein säkulares Beispiel: „Das kann auch sein, wenn  der 1.FC Köln mal gewinnt.“

Übereinstimmung fand sich bei der von Professorin Armina Omerika und Dr. Werner Höbsch moderierten Diskussion auch bei der Beurteilung von Macht und Religion. Der Benediktinermönch ist davon überzeugt, dass „Religion sich immer verfälscht, wenn sie Macht ausübt“ und für Karimi „besteht die Macht der Religion in ihrer Machtlosigkeit.“

Eine überraschende Definition von Lehramt lieferte der muslimische Theologe. Im Gegensatz zum Katholizismus mit dem Papst und den Bischöfen kenne der Islam diese Institution nicht. Er habe aber für sich ein Lehramt bestimmt: „Vernünftige Plausibilität.“

Dies sei für ihn als Moslem das einzige entscheidende Kriterium für Wahrheit.  

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